Die Wohnungsmärkte in Österreich haben sich über zwei Jahrzehnte hinweg sehr moderat entwi-ckelt. Nach einem Preisschub Anfang der 1990er Jahre stagnierten die Marktmieten in Wien und den meisten Landeshauptstädten bis Mitte der 2000er Jahre. Erst seit damals steigen sie ähnlich der Inflationsrate (VPI), in jüngerer Vergangenheit in den Ballungsgebieten auch darüber (siehe Abbildung unten). Das heißt, dass sich die Wohnungsmärkte in Österreich anders entwickeln als in den meisten europäischen Ländern, wo nach vorherigen Boomphasen die Finanz- und Wirtschafts-krise in vielen Fällen zu Preiseinbrüchen geführt hat.

 

Abbildung: Preisentwicklung private Mietwohnungen in Österreich, nominell

Housing Market Development

 

Anm.: Nettomiete (ohne Betriebskosten, USt., Energie)

VPI 2000 = Verbraucherpreisindex, 2000 = 100

Quelle: WKO Immobilienpreisspiegel, Statistik Austria, IIBW

 

Im Durchschnitt der vergangenen 10 Jahre stiegen die privaten Mieten im österreichischen Durch-schnitt um nicht mehr als 1,7% pro Jahr. Die Inflation lag im selben Zeitraum bei knapp 2,0%. Einige Landeshauptstädte, v.a. Salzburg und Innsbruck, hatten stärkere Preisanstiege von durchschnittlich 3-4%. Der Wiener Markt hat erst vor kurzem an Dynamik gewonnen mit einem Preisanstieg 2009 von 5,3%. Der 10-jährige Durchschnitt liegt dennoch bei nur rund 2,0%.

 

Die geringe Dynamik am privaten Wohnungsmarkt ist Ausdruck für den starken Einfluss des geförderten Wohnungsneubaus. Nachdem ein großer Teil der Konsumenten in beiden Marktsegmenten tätig werden kann, führt die (reglementierte) Preisentwicklung im einen Segment zu gleichfalls moderaten Entwicklungen im anderen.