Aufgrund des konstant hohen Neubauniveaus steigt der Wohnungsbestand kontinuierlich an und hat mittlerweile 4.14 Mio. Einheiten erreicht (2011). Das sind mehr als 490 Einheiten pro 1.000 Einwohner, im Vergleich zu ca. 450 Einheiten im EU-Durchschnitt.

 

Rund 58% der Haushalte leben im Eigentum, davon 12% in Eigentumswohnungen und 46% in Einfami-lienhäusern. Der Anteil der Einfamilienhäuser am gesamten Wohnungsbestand reicht von 80% in einigen ländlich geprägten Bundesländern (Burgenland) bis nur 4% in Wien. Rund 40% der Haushalte leben in Miete. Der Mietwohnungsmarkt besteht aus drei Teilsektoren. Private Mietwohnungen machten mit etwa 600.000 Einheiten (17% des Bestandes) bis vor einigen Jahren den größten Teil aus. Mittlerweile ist allerdings der Sektor sozial gebundener Mietwohnungen größer, bestehend aus ca. 300.000 Kommunalwohnungen (10%), v.a. in Wien mit seinen ca. 210.000 Gemeindewohnungen. Gemeinnützige Bauvereinigungen verwalten mittlerweile einen Bestand von 580.000 Mietwohnungen (sowie ca. 240.000 Eigentumswohnungen). Insgesamt sind etwa 23% des österreichischen Wohnungsbestands sozial gebundene Mietwohnungen. Der Anteil liegt etwa 10 Prozentpunkte über dem EU-Durchschnitt.

 

 

Abbildung: Wohnungsbestand nach Rechtsform (Hauptwohnsitze)

Housing Tenure (principal residence) from Statistik Austria

Quelle: Statistik Austria, IIBW

 

 

Im Gegensatz zum allgemeinen europäischen Trend in Richtung Wohnungseigentum ist in Österreich der Anteil an Mietwohnungen stabil. Mit rund einem Drittel macht der soziale Geschoßwohnbau immer noch einen großen Teil des Wohnungsneubaus aus, wobei die Mehrzahl dieser Wohnungen mit einer Kaufoption versehen ist (Ball, 2005. Bauer, 2005). Erst seit wenigen Jahren verfestigt sich ein Trend zum Wohnungseigentum im gehobenen Marktsegment.

 

Die Wohnversorgung der österreichischen Haushalte ist im internationalen Vergleich sehr gut. Die durchschnittliche Wohnfläche pro Person liegt mit 43m² deutlich über dem EU-Durchschnitt von 38m². Der mit Abstand überwiegende Teil aller Wohnungen ist bestausgestattet (Zentralheizung, Bad etc.). Ein besonderer Stellenwert hat die soziale Qualität der Wohnversorgung mit einem vergleichsweise sehr hohen Maß an Gleichheit hinsichtlich Wohnflächenkonsum, Wohnungsqualität und Wohnkosten

 

 

Wohnungsneubau

Österreich hat ein konstant hohes Niveau an Wohnungsneubauten. 2010 wurden 46.100 Baubewilli-gungen erteilt, 2011 sogar über 48.000 (inkl. neue Wohnungen in bestehenden Gebäuden). Das sind rund 5,5 Bewilligungen pro 1.000 Einwohner, was deutlich über dem europäischen Durchschnitt von ca. 3,3 liegt (Euroconstruct, WIFO, IIBW). Im Gegensatz zu vielen europäischen Ländern führte die Finanz- und Wirtschaftskrise von 2008 zu keinem Rückgang der Wohnbauproduktion.

 

Abbildung: Wohnungsneubau / Baubewilligungen

Housing Permits

 

Anm.: Euroconstruct-Länder = 17 EU Länder + CH + Nor.

Quelle: IIBW; Statistik Austria, Euroconstruct; WIFO.