Die österreichischen Bundesländer wendeten 2010 € 1,950 Mio. für die Förderung des Woh-nungsneubaus auf. Rund ein Drittel dieses Betrags ging an den gemeinnützigen Wohnungssektor, ein Sechstel an die gewerbliche Wohnungswirtschaft und die verbleibende Hälfte an Privatpersonen und Gemeinden. 2010 wurde der Bau von rund 28.000 Wohnungen öffentlich gefördert, das sind rund 60% des gesamten Wohnungsneubaus. Die Vergabe von Förderungen ist meistens an Preisbeschränkungen und Einkommensgrenzen gebunden. Aufgrund der großen Zahl und der Zugänglichkeit des geförderten Wohnungssektors für große Bevölkerungsteile beeinflusst der geförderte Wohnungsneubau auch das Preisgefüge im privaten Marktsektor. Er wirkt gleichzeitig dämpfend und stabilisierend.

 

Neubauförderung

 

2010 vergaben die Bundesländer insgesamt 28.000 Förderungszusicherungen für Neubauwohnungen, bei insgesamt ca. 46.000 Baubewilligungen [link to chap. 5]. Das sind 3,3 Einheiten pro 1.000 Einwohner, was deutlich über dem Niveau aller anderen europäischen Länder liegt. Etwa ein Drittel der Förderungszusicherungen betrafen Einfamilienhäuser, zwei Drittel Geschoßwohnungen. Gegenüber dem Vorjahr ist ein Rückgang der Förderungszusicherungen um 17% zu verzeichnen.

 

Abbildung: Wohnungsneubau, Förderungszusicherungen

Subsidies

Quelle: BMF, Statistik Austriat, IIBW

 

Sanierungsförderung

 

2010 wendeten die österreichischen Bundesländer rund € 850 Mio. für die Förderung der Wohnungssanierung auf. Diese Förderungen gingen sowohl an Privatpersonen, gemeinnützige Bauvereinigungen, gewerbliche Immobilieneigentümer, Gemeinden und sogar Mieter. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf umfassenden thermisch-energetischen Sanierungen, bei denen mehrere thermisch relevante Maßnahmen gleichzeitig durchgeführt werden (z.B. Gebäudehülle, Fenster, Dach, Heizung). Die ökologische Orientierung der Förderung trägt wesentlich zur Steigerung von Qualitäts-standards in der Sanierung bei. Andere Förderungsarten, z.B. steuerliche, werden demgegenüber kaum eingesetzt, um die Wohnungssanierung anzuregen.

 

In mehreren Regierungsdokumenten ist eine Sanierungsquote von >3% des Wohnungsbestandes pro Jahr verankert, um die Erreichung der Klimaziele sicherzustellen. Trotz des großen Einsatzes der Sanierungsförderung der Länder liegt die Sanierungsrate heute aber immer noch bei unter 1,0%. Mittlerweile stellen alle Länder großzügige Förderungsmodelle für thermisch anspruchsvolle Sanierungen zur Verfügung. Für Sanierungen in Passivhaus-Standard erreicht der Förderungsbarwert in einzelnen Bundesländern bis zu >50% der Kosten.

 

Zusätzlich zur Sanierungsförderung der Länder hat die Bundesregierung 2009 einen “Sanierungsscheck“ eingeführt. Trotz der vergleichsweise geringen finanziellen Anreize ist das Programm erfolgreich, u.a. aufgrund der Abwicklung durch die Bausparkassen mit ihrem sehr guten Marktzugang zu Eigentümern von älteren Eigenheimen.