Förderungsausgaben

 

Die Gesamtausgaben der österreichischen Bundesländer für die Wohnbauförderung beliefen sich 2010 auf fast € 3,0 Mrd. Dazu kommen rund € 300 Mio. sonstige Förderungen auf Bundesebene, z.B. für das Bausparen oder die steuerliche Entlastung von Wohnbauanleihen. Rund die Hälfte der Wohnbauförderung der Länder geht in den großvolumigen Neubau, 11% in die Förderung von Einfamilienhäuser. Stark steigend sind die Förderungen für die Wohnungssanierung (28%) und Wohnbeihilfen (14%).

 

Abbildung: Entwicklung der Förderungsausgaben der Bundesländer (Mio. €)

Development of housing subsidies

Quelle: BMF, Statistik Austriat, IIBW

 

Trotz des sehr hohen Anteils des geförderten Wohnbaus wendet Österreich „nur“ rund 0,9% des BIP für die Wohnbauförderung auf. Dies ist deutlich weniger als der Durchschnitt der westeuropäischen Länder. Gründe dafür sind die vergleichsweise niedrigen Förderungen pro Wohnung, die moderaten Subjektförderungen und der weitgehende Verzicht auf steuerliche Förderungen.

 

Wohnkosten

 

Die Wohnkosten sind von den Marktpreisen zu unterscheiden. Die Wohnkosten betreffen alle Haushalte, die Marktpreise [link to chap. 8] nur diejenigen, die eine Wohnung neu beziehen.

 

Gemäß EU-SILC (Statistics on Incomes and Living Conditions) wenden die österreichischen Haushalte 17,6% des verfügbaren Einkommens für Wohnen und Energie auf, was deutlich unter dem EU-Durchschnitt von 22,5% liegt (2010). Selbst untere Einkommensschichten wenden kaum mehr als 25% des Einkommens für Wohnen auf. 4,6% der Haushalte haben eine Überbelastung durch Wohnkosten, definiert mit >40% des verfügbaren Haushaltseinkommens, zu verkraften. Der EU-Durchschnitt liegt im Vergleich dazu bei über 10% der Haushalte mehr als doppelt so hoch. Die soziale Qualität der Wohnversorgung ist hoch. Es gibt in Österreich keine Ghettos und nur moderate Segregation (Czasny, 2004. Amann & Mundt, 2009c, Amann et al., 2010).

 

Abbildung: Wohnkostenbelastung

Quelle: Eurostat – EU-SILC